Die soziale Phobie entwickelt sich meist schon im Jugendalter und kann sich dann im Laufe des Lebens immer weiter verschlimmern. Dabei ist nicht ganz klar, ob die Angst vor Menschen auch genetische Ursachen hat oder ob nur der Erziehungsstil der Eltern entscheidend ist. Meist ist es aber so, dass Eltern das selbstsichere und unabhängige Verhalten Ihres Kindes zu wenig fördern und überfürsorglich sind. Dabei kann sich schon bei einem Kleinkind eine ausgeprägte Angst vor fremden Menschen entwickeln. Später läßt sich dann ein unsicherer Umgang mit gleichaltrigen Kindern erkennen und die Betroffenen haben Probleme Gesichtsausdrücke und Mimik zu deuten.
Eine soziale Phobie wirkt sich stark auf die Gedanken und das Verhalten der betroffenen Personen aus: Sie gehen grundsätzlich davon aus, dass andere Ihnen gegenüber negativ eingestellt sind. Das führt oft dazu, dass negative Reaktionen des Gegenübers überbewertet werden und stärker im Gedächtnis hängen bleiben.
Sozialphobiker versuchen normalerweise Situationen zu vermeiden, die Ihre Ängste hervorrufen. Läßt sich eine entsprechende Situation allerdings nicht vermeiden, kommt es zu verschiedenen körperlichen Symptomen. Die Betroffenen bekommen Herzrasen und beginnen zu schwitzen oder zu zittern, sie erröten leicht. In schlimmen Fällen kommt es zu Kopf- und Magenschmerzen oder Atemnot. Sie finden in Geprächen keine Worte oder verlieren den Faden, manchmal bekommen sie kein einziges Wort heraus.
Ähnlich wie bei anderen Phobien besteht eine große Angst vor der Angst. Symptome äußern sich also nicht erst in einer bestimmten Situation, sondern schon in Erwartung dieser Situation. Die Symptome sind dabei teilweise für Außenstehende sichtbar, was die Angst noch verschlimmert, sich lächerlich zu machen, sich ungeschickt zu verhalten oder zu versagen. Diese Situation kann sich also immer weiter aufschaukeln.
Es ist wichtig zu wissen, dass sich ein betroffener Mensch nicht dadurch von anderen Menschen unterscheidet, dass er diese Angst vor Menschen verspürt, sondern dadurch, wie er mit dieser Angst umgeht. Während ein Nicht-Phobiker zum Beispiel vor einer mündlichen Prüfung Angst hat, danach aber erleichtert ist, denkt der Phobiker auch anschließend noch lange darüber nach, welchen Eindruck er hinterlassen hat.
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